Was die kundige Ausstellungsbesucherin oder der kundige Ausstellungsbesucher von Gegenwartskunst wohl teilen mag: Videokunst ist oft ein Gräuel. Die Art und Weise, wie sie in Ausstellungen zur Geltung gebracht wird, ist oftmals ein Ärgernis für den um Ganzheit bemühten Betrachtenden, der oft mitten in eine komplexe Erzählung geworfen wird, deren Bedeutung er nicht durchdringt, hat er den Anfang verpasst.

Nicht so bei Ann-Charlotte Gerlach. Sie weiß durchaus um die Schwierigkeiten des Mediums Bescheid und hat sich deshalb für ihre Videoarbeit etwas ganz besonderes überlegt. Aus einer Kistenstapelung erwächst ein architektonisches Gebilde, das mittels einer Stufe betreten werden kann. Oben angelangt steht ein Bänkchen für die Zuseherin oder den Zuseher bereit. Der Aufbau ist nicht bloß Blickfang sondern auch Blickfessel, denn hat man es sich erstmal auf dem feinen Bänkchen bequem gemacht, möchte man so schnell nicht mehr aufstehen.

 

Foto: Nina Langbehn